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Im Reich der Sinne - Hörsinn

Depositphotos AndreusFoto: Depositphotos - AndreusTöne sind ein wichtiger Träger der Kommunikation. Wie der Geruchssinn wirken sie sich unmittelbarer aus als Sehreize. Der Hörsinn ist schon lange vor der Geburt entwickelt. Aber es geht um mehr als hohe Verständlichkeit, beeindruckende Lautstärke und gute Klangqualität.

Der Hörsinn funktioniert, anders als die visuelle Wahrnehmung, erst durch Verknüpfungen mit Bildern und Vorstellungen. Der Weg des Schalldrucks durch die Anatomie ins Gehirn ist komplex, aber äußerst wirksam. Das ist genau die emotionale Macht der Musik, ob beim Hören des Walkürenritts oder dem Rock-Klassiker “Highway to Hell“. Mit diesen Bildern spielen wir, wenn wir Geräusche und Klänge bei Events einsetzen.

Wohlklang und nicht Experimente, das wollen unsere Kunden hören. Wahrscheinlich war das auch in den letzten Jahrhunderten bei den adligen und  klerikalen Auftraggebern musikalischer Werke  so.  Da kamen immerhin so großartige Werke wie die festliche Feuerwerksmusik oder hochdramatische Requiems heraus, die es seit hundert(en) von Jahren schaffen uns tief zu berühren.

Die Klänge, die heute bei Events ertönen, sind im besten Fall ebenfalls Auftragskompositionen, oft leider nur noch GEMA-freie Stock-Werke des kleinsten gemeinsamen Nenners: sie müssen einfach überall akustisch passen, auf einen Werbespot für Tampons wie für den Auftrittsjingle eines CEOs. Kommt es zu Kompositionen, oft zu den Festakten anlässlich der Jubiläen von Dax-Unternehmen oder bei großen Automobilevents, ist die ohrschmeichelnde Gefälligkeit hoch, doch die Halbwertszeit für den Verbleib im kollektiven Musikgedächtnis diametral entgegengesetzt. Vielleicht ist das ja auch mit den im Permafrost der Vergessenheit konservierten allermeisten Auftragskompositionen der Musikgeschichte so.
 
Und auch heute gilt, die Schar der komponierenden Apologeten ist groß. Das war schon zu Mozarts Zeiten so und gilt auch heute für Hans Zimmers Filmmusiken, Jack Sparrow lässt grüßen. Ist das schon urheberrechtliche Piraterie oder künstlerische Freiheit? Dabei sind Musik und Klang wahrscheinlich die unaufwändigsten und preiswertesten szenischen Mittel, eine einmalige Erlebnisqualität zu erzeugen, man muss es nur wollen oder zulassen.

Der Experimentierfreude und Freiheit der Komponisten steht unsere sehr dominante westlich-abendländische Hörkultur entgegen, die auf Harmonien basiert. Dabei ist diese akustische Vorliebe nicht angeboren, wie man gerne annimmt. Forscher mussten allerdings in die tiefsten Tiefen des Amazonas vordringen, um ein Volk zu finden, das musikalisch noch nicht durch die Errungenschaften der Zivilisation berührt war. Für sie waren Dissonanzen genauso ästhetisch wie Konsonanzen.

Aber wir sind opportunistisch und schmeicheln uns lieber in die Gehörgänge des Publikums ein, ganz im Sinn von Wilhelm Busch: „Musik wird störend oft empfunden, weil stets sie mit Geräusch verbunden.“

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

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