Unvergessliche Botschaften?

Konzentration auf das Wesentliche Design by Boris Banozic Foto BanozicKonzentration auf das Wesentliche - Design by Boris Banozic - Foto: BanozicInformationen, die mit Emotionen verbunden werden sorgen für deren bessere Erinnerung. Das ist Pädagogik wie Marketing hinlänglich bekannt. Und das ist eine der tragenden konzeptionellen Säulen der Eventkommunikation. Heute mal eine kleine Polemik zu den prinzipiellen Stilblüten unserer Branche.

Auch wenn ich damit an der gelernten Statik vieler Marketingevents rüttle und wenn sich zugleich einiges zum Bessern gewendet hat, so wird doch immer noch mit allen inszenatorischen Mitteln auf hochtourige emotionale Rührung gesetzt: und selbst vor Helene Fischer macht man nicht halt. Wenn es der Zielgruppe gefällt, dann ist das der zentrale KPI. So etwas könnte man auch Marketing-Populismus nennen.

Es ist ja gerade auch sehr populär dem Volk aufs Maul zu schauen und deren ungefilterte Äußerungen, ob social-medial oder live vor Ort kundgetan, direkt aufzunehmen, auch eine Form der „direkten Demokratie“.

Weniger ist mehr Foto WILKENWERKWeniger ist mehr - Foto: WILKENWERKDer Gegenpol im Design ist der Purismus von Bauhaus und die Regentschaft von Content. Das Postulat des Bauhauses „Form follows Function“ bedeutet den Verzicht von Ornamentik in Architektur und Produktdesign. Kann man das auf Events übertragen? Ja, durch Verzicht auf inszenatorische Schnörkel. Das Beiwerk können die knallbunten Lichtstrahlenchoreographien von Sharpies genauso so sein wie die gemappten visuellen Arabesken der Großprojektionen, die hyperharmonischen Klänge der Vertonungen bis hin zum sinnlich-fein gedeckten Galatisch mit ziselierter Deko.

Content ist King? Das ist weder in der Medienwelt so, wo Fake-Content Konjunktur hat, noch in unserer Branche. Die szenischen Mittel überdecken den Inhalt, natürlich um aus den im Teaser  genannten Gründen zu emotionalisieren und die Botschaft nachhaltig zu verankern. Ironie off. Inhalt wird leider nur dann puristisch, wenn das Budget nicht mehr erlaubt. Aber es ist kein bewusstes Gestaltungsprinzip.

Ich würde mir wünschen etwas mehr „Purismus“ zu sehen und auch machen zu können. Das wäre sicherlich ein Experiment. Doch wie sagte mal Deutschlands größte Agentur in ihrem Claim „Event kommt nicht von eventuell“. Also schaffen wir weiter Idyllen der Live-Kommunikation in der anhaltenden Ära des Event-Biedermeiers. Beim Produktdesign sind unsere Kunden deutlich experimentierfreudiger als in der Marketingkommunikation. Etwas mehr Mut auf allen Seiten täte gut, gerade in diesen Zeiten.

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

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