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Im Reich der Sinne - Prost, Mahlzeit.

Stockbild vesnacQuelle: Stockbild - Rechte: vesnacDas waren noch goldene Zeiten, als man Marken schmecken konnten. Viel Kreativität wurde auf Speisen und Getränke verwendet, die bei den Events kredenzt wurden. Man könnte jetzt sagen, mit Essen spielt man nicht. Und eigentlich ist der Geschmackssinn ja auch recht simpel mit seiner Handvoll Richtungen salzig, süß, bitter, sauer und würzig. Doch wie immer im Leben, ist das viel komplizierter und das ist auch gut so.

Die gustatorische Wahrnehmung hatte in einer frühen Evolutionsstufe eher eine Warnfunktion. Die wenigen Zonen auf der Zunge schmeckten, was schlecht und was gut ist. Sauer und bitter könnte schließlich unreife, vergorene oder giftige Nahrungsmittel bedeuten, - also lieber ausspucken. Salzig und süß lassen Rückschlüsse auf den Gehalt an Mineralien und Stoffe wie Kohlenhydrate zu, - also rein damit. Und da gibt es noch meine Lieblingsgeschmacks-richtung „umami“, die würzige, mit dem Hinweis auf fetthaltige und überlebensnotwendige eiweißhaltige Kost.

Natürlich könnte man die Nahrungsaufnahme bei Events folglich auch eher im Rahmen der Sättigungsbeilage sehen, nämlich den Körper mit allem Lebensnotwendigen zu versorgen. Doch da das Leben nicht nur komplizierter, sondern manchmal auch schön ist, kann der Geschmackssinn auch ganz anders angesprochen werden.

GeschmackszonenQuelle: Depositphotos - Vektor: rob3000Früher ging man von Geschmacksknospen in Zonen auf der Zunge aus und hielt diese für sensorische Fachidioten. Das betrifft aber nur die Hälfte dieser Sinnesorgane. Die anderen nehmen alle gustatorischen Reize gleichzeitig auf und jede Knospe ist anders und differenzierter programmiert. So ergeben sich nicht nur fünf grobe Geschmacksrichtungen, sondern durch deren Kombination das Hundertausendfache. Man könnte die Mundhöhle als mehrdimensionales Sinnesorgan verstehen, in der gustatorische Kommunikation im Raum stattfindet. Wenn man nun noch den Temperatursinn und den Tastsinn hinzunimmt, welche die Speisen und Getränke ebenfalls analysieren, ahnt man langsam die Komplexität. Geschmacks- und Geruchssinn sind auch anatomisch „connected“, und damit werden die geschmacklichen Sinneserfahrungen unglaublich vielschichtig in ihrer Kombinationsmöglichkeit und Tiefe. Und nicht zu vergessen, das Auge isst auch noch mit.

Jeder von uns kennt den Effekt eines Caterings, das - im schlimmsten  Fall - völlig misslungen ist. Es hat mehr Einfluss auf die nachhaltige Teilnehmerbeurteilung eines Events, als die großartigste Inszenierung. Aber sehen wir es doch positiv, wir können über den ganzheitlich betrachteten Geschmackssinn, wenn man ihn in der Konzeption berücksichtigt, ganz neue Geschichten erzählen. Auf die Spitze treibt das Jörg Sellerbeck, gelernter Koch und studierter Architekt, mit seinem Projekt Raumkulinarik. Er erweitert den anatomischen Geschmacksraum in den dreidimensionalen Erlebnisraum, erzählt Geschichten, die auf der Zunge zergehen und fügt so noch die Zeit als vierte Dimension hinzu. Wer auf den Geschmack kommen will: www.raumkulinarik.de

Die ausgebuffte Beschäftigung mit der Tiefe sensorischer Erlebnisse hat nichts mit spätrömischer Dekadenz zu tun, denn genaugenommen wertschätzt sie die eingesetzten Lebensmittel, ihre raffinierten Verarbeitungstechniken und optischen Darreichungskünste. Schon allein aus Gründen von Protokoll und Konvention wird man auch weiterhin hübsch dekorierte Häppchen und sous vide-zubereitete Speisen servieren. Also warum dann nicht gleich den Geschmacksinn zum Komplizen bei der Inszenierung von Botschaften machen?

Autor: Stephan Schäfer-Mehdi

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